Das Thema der Tagung „Die Neue Öffentlichkeit“ zusammen mit dem Untertitel „Wie Bots, Bürger und Big Data den Journalismus verändern“ hat mich sehr neugierig gemacht. Ich bin dann auch mit vielen Infos, Stichworten und Anregungen und rauchendem Kopf nach Hause gegangen. Hier eine Zusammenfassung der Panels und meiner Eindrücke.
Keynote „Von den Massenmedien & Medien der Massen“ von Richard Gutjahr
Prof. Dr. Gabriele Hooffacker von der HTWK und Prof. Wolfgang Kenntemich vom EIQ moderierten die Tagung.
Mit der Keynote „Von den Massenmedien & Medien der Massen – Ein Plädoyer für mehr Emphatie im Netz“ eröffnete Richard Gutjahr. Luther diente ihm als Einstieg und er verglich er die revolutionären Auswirkungen des Buchdrucks auf die damalige Zeit mit den heutigen technologischen Errungenschaften als Schlüsselfaktoren für eine neue Revolution, wobei heute mehrere Schlüsselfaktoren wirken:
- Digitalisierung „Der Bildschirm hat gegen die Zeitung gewonnen.“ Gutjahr
- Vernetzung „Die Welt als Supercomputer“
- Bandbreite/Geschwindigkeit „Was ist in zehn Jahren?“
- Automation
- Künstliche Intelligenz
Die Digitalisierung hat laut Gutjahr nicht nur die Musikindustrie, sondern auch die Zeitungen eingeholt. Leider kann ich hier nicht die Bilder des Vortrages wiedergeben, die plastisch diesen Fakt schilderten.
Zum Thema Vernetzung zeigte Gutjahr einige anschauliche Maps (hier eine Twitter Geo Map ähnlich der gesehen), die letzte davon erinnerte die Teilnehmer stark an ein neuonales Netz und bildete die Summe der digitalen Kommunikation eines Menschen ab. Kommunikation sei, so Gutjahr, dezentral, chaotisch und die Information finde einen Weg. Die Welt könnte schon jetzt als „Supercomputer“ gesehen werden. Bald werde es auch mit IPV6 340 Sextillionen IP Adressen geben. Die Zahl sieht ausgeschrieben so aus:
340 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000
Auch die Massenmedien-Pyramide mit der Elite aus Journalisten und Politikern, die untereinander mehr „miteinander reden als mit dem Hartz IV Empfänger“ und dem mehrheitlichen aber passiven Publikum, habe sich umgedreht. Nun seien die „people formerly known as the audience“ die Medienproduzenten und die Journalisten hätten ihre Gatekeeper Funktion weitestgehend verloren.
Ein Beispiel, wie das Mediensystem sich gewandelt habe seien die Tweets von Trump, der nicht mehr auf Medienvertreter setzt, um seine Botschaften zu verbreiten. Die Medien müssen diese Tweets aufgreifen und analysieren – oftmals handelt es sich ja um „Fake News“ und weil das Publikum gleichzeitig ebenfalls Zugriff auf sie hat, werden die Journalisten oft als „Lügenpresse“ beschimpft.
Der Breitbandausbau schreitet auch in Deutschland voran und die mobile Datenübertragung wird sich massiv steigern in den nächsten fünf Jahren, damit wird das Video immer stärker als Inhalt an Bedeutung gewinnen.
Einer von vier Tweets stammt heute von Bots. Die Generierung der Inhalte wird immer stärker automatisiert.
Und zu guter Letzt werden Sprachassistenten laut Gutjahr immer intelligenter werden wie V.I.V. verspricht, ein Assistent, der intelligent funktioniert und dessen Lösungswege von seinem Schöpfer nicht mehr vorhergesagt werden können.
Mit Luther hat Gutjahr die Keynote begonnen mit einen Zitat von Darwin schließt er:
„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten fähig ist sich anzupassen.“